Unterrichtsgarantie und "Turboabi" sind umstritten
Die Linken sehen kaum Verbesserungen in Schulpolitik
SCHOTTEN. Simone Wißner, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung von der Partei Die Linke hält G8 für eine Überforderung von Kindern und Eltern und würde es gerne komplett abschaffen.
"Nicht eine Schule für alle, sondern für jeden die richtige Schule!" Das war eines der Zitate der CDU in ihrem Wahlprogramm 2009. Das heißt, es war von Anfang an klar, dass G8 bleibt, genauso wie das Gymnasium, die Real- und Hauptschule. Jede Schule soll frei entscheiden ob sie G8, das "Turboabitur", oder G9 anbieten wolle. Die Schulpolitik war das große Thema vor den Landtagswahlen 2009. Aber was hat sich jetzt eigentlich geändert? Als Ministerpräsident Roland Koch darauf angesprochen wird, sagt er ausweichend: " Bevor der Unterricht ausfällt, hat der Schulleiter ein Recht darauf, sich Menschen zu suchen, die die Qualifikation haben und bereit sind, den Unterricht zu übernehmen."
Unterrichtsgarantie Plus wurde also nicht ganz abgeschafft, es heißt ganz einfach nur anders und ist nicht mehr so streng reglementiert. Es sollten zwar trotzdem "möglichst wenig Stunden ausfallen", wie Koch betonte, aber der Schulleiter ist nicht mehr gezwungen, sich den nächstbesten "Ersatzlehrer" von "der Straße" zu holen. Daran würde sich in nächster Zeit nichts ändern. Das habe der Landtag über alle Fraktionen hinweg beschlossen, so Koch. Simone Wißner hält Unterrichtsgarantie Plus und auch die leicht geänderte Unterrichtsvertretung keineswegs für eine gelungene Lösung. "Ist das die hessische Antwort auf PISA?", fragt sie in einem Interview. Sie ist der Meinung, es müssten mehr Lehrer fest eingestellt werden, auch Vertretungslehrer. Doch von solchen Forderungen und dazu von einer "solchen Partei" (O-Ton Roland Koch), lässt er sich wohl nicht belehren.
Koch betone, dass Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern die höchste Abiturientenquote habe, besonders von Immigranten und Immigrantinnen. Aber ob das wirklich daran liegt, dass Koch bereits viele Jahre Ministerpräsident in Hessen ist? Aber er hat noch weitere Ziele, wie zum Beispiel kleinere Klassen und mehr Ganztagsschulen, die er im Laufe der nächsten Jahre umsetzen will.
In diesem Punkten wird der Ministerpräsident sogar die Unterstützung der Oppositionsparteien haben, denn die Linke fordert schon seit langem deutlich kleinere Klassenstärken, um alle Kinder besser fördern zu können. "Dann können sich die Lehrer auch besser um die Probleme ihrer Schüler kümmern, damit sich solch schreckliche Ereignisse, wie der Amoklauf eines Schülers in Winnenden nicht wiederholen", so Wißner abschließend.
von: Isabel Wißner, Klasse 9aG, Vogelsbergschule Schotten
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