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Der Direktkandidat der Partei DIE LINKE im Wahlkreis 20 (Vogelsberg), Dietmar Schnell, erhielt Informationen, wonach die Sparkasse Oberhessen planen soll, noch in diesem Jahr etwa ein Drittel ihrer Filialen im Vogelsbergkreis zu schließen. „Um die bevorstehende Landtagswahl im Vogelsbergkreis für CDU und SPD nicht negativ zu beeinflussen, will man die Schließungen erst nach der Wahl bekanntgeben“, heißt es in der ihm zugeleiteten Information. „Wenn das so stimmte, wäre das natürlich ein Riesenskandal“, meint Schnell dazu und fordert nun rasche Aufklärung.

„Vorstand und Verwaltungsrat, allen voran der Vogelsberger Landrat Marx (CDU) als Verwaltungsratsvorsitzender, müssen nun die Karten auf den Tisch legen. Sind Filialschließungen geplant? Wenn ja, in welchem Ausmaß? Müssen die Mitarbeiter mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen? Wie stellt sich die Sparkasse Oberhessen die weitere Entwicklung vor? Sind auch im Nachbarkreis Schließungen geplant? Das sind Fragen, die jetzt sofort beantwortet werden müssen“, fordert Dietmar Schnell. Michael Riese, Kreisvorsitzender der LINKEN, wird im nächsten Kreistag entsprechende Anfragen stellen, aber die Mitarbeiter und die Bevölkerung hätten ein Anrecht, jetzt zu erfahren, was an diesen Informationen dran sei.

Die Sparkasse Oberhessen ist ein 2005/2006 aus der Fusion der Sparkasse Wetterau und der Sparkasse Vogelsbergkreis hervorgegangenes Finanzinstitut. Sie beschäftigt derzeit knapp 1200 Mitarbeiter in 21 KompetenzCentren und gut 60 Filialen bei einer Bilanzsumme von ca. 4,7 Milliarden Euro. Von den zirka 420.000 Einwohnern der Kreise Vogelsberg und Wetterau sind etwa 260.000 Kunden des fusionierten Unternehmens. Der bei der Fusion vereinbarte dreijährige Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen läuft in diesem Jahr aus. Somit wären auch Kündigungen von Mitarbeitern wohl rein rechtlich problemlos möglich.