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Wie dem Bericht in der AA vom 6.Juni zu entnehmen war, werden Kostensenkungs-Versprechungen für 2013 benutzt, um den BürgerInnen die Privatisierung der Müllwirschaft im Vogelsbergkreis schmackhaft zu machen. Diese finanziellen Versprechungen für 2013 aber sind äußerst fragwürdig und andererseits sind hohe Schutzziele bei der Müllentsorgung elementar für Gesundheit und Natur: Skandale um illegale Müllentsorgung zeigen, dass auch dieser Bereich in die öffentliche Hand gehört.
Mittlerweile ist bekannt, was von Ankündigungen privater Anbieter zu halten ist: Höhere Preise und Gebühren, schlechterer Service, rücksichtslose Ausnutzung von Angebotsmonopolen, weniger demokratische Kontrolle, prekäre Arbeitsverhältnisse,...
-das ist in vielen Orten die Realität.Im Landkreis Uckermark (Brandenburg) wurden die Verträge mit westdeutschen Müllentsorgungsfirmen gekündigt, da die zweistelligen Renditen den öffentlichen Auftraggebern sehr hoch erschienen. Nun wird die Müllentsorgung wieder kommunal betrieben. Die MitarbeiterInnen werden nach Tarif bezahlt, die Gebühren konnten um 6,5% gesenkt werden.
In Lüneburg übernimmt die kommunale Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GfA) nach 14 Jahren privatwirtschaftlich organisierter Müllabfuhr wieder das Sammeln. Das GfA-Angebot war 20% billiger. Sie kann Synergieeffekte mit bereits von ihr betriebnenen Abfallbehandlungsanlagen nutzen.Im Aachener Umland haben sich sechs Kommunen in der „Regio-Entsorgung“ zusammengetan- eine interkommunale Zusammenarbeit. Mittlerweile haben rund 100 Städte und Gemeinden ihre Müllabfuhr wieder eingegliedert.
Wir werden sehen, welche Zeche die Vogelsberger BürgerInnen 2013 auch betreffs privatisierter Müllwirtschaft an Gebühren, sinkendem Gesundheits- und Naturschutz, geringeren Einkommen,… zu zahlen haben.
J. Biermanski, 36304 Alsfeld