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Gebührenordnung ändern!

16.08.2009: »Das ganze Ding stinkt zum Himmel«, meinte Hinrich Lüttmann zu den neuen Müllgebühren, die vor einiger Zeit vom Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis (ZAV) beschlossen wurden. Die vergangen Wochen haben deutlich gezeigt, dass die neuen Gebühren auf wenig Gegenliebe bei den Bürgern stoßen und Lüttmann will laut eigener Aussage »diese Abzocke nicht einfach hinnehmen«
» Artikel Oberhessische Zeitung

» Artikel Alsfelder Allgemeine

Müllgebühren durchleuchtet

Das Vogelsberger Abfallkonzept etwas durchleuchtet

Rückgrat des gesamten Konzepts des ZAV ist die Annahme, der Vogelsberg hätte ein gravierendes Problem mit Leuten, die illegal ihren Abfall entsorgen.

Mit dem neuen Abfallkonzept würde diesen Leuten die Grundlage entzogen, weil ja sowieso jede und jeder 20 Liter / Woche bezahlen muss, egal wie viel Müll anfällt.

Seitens der Geschäftsführung des ZAV wird ein Problem unterstellt, das es nicht gibtund so gelöst, dass kein Interesse mehr an Müllvermeidung bestehen kann. Entscheidend aber: Für fiktive der Mülldesperados sollen alle Vogelsberger tiefer in die Tasche greifen.

Dem Vorstand kann Behauptung, das neue Konzept diene der Vermeidung von illegaler Müllentsorgung nur recht sein, weil mit den Einnahmen die Defizite abgetragen werden sollen.

Nach dem neuen Gebührenmodell des ZAV zahlt ja jeder Vogelsberger 83,35 € Grundgebühr im Jahr. Das ist nicht ganz zutreffend. Angenommen (rein theoretisch) eine Person würde gar keine Abfalllehrung in Anspruch nehmen, dann fielen trotzdem 36,97 € pro Jahr an. Also beträgt in Wirklichkeit die niedrigste Prokopf-Gebühr für Müll im Vogelsberg 120,32 € pro Jahr. Das ist die Alimentierung des ZAV durch die Bürger.

Bei einem Zweipersonenhaushalt wären es dann eben 161,01 €; bei einem
Dreipersonenhaushalt 198,69 € und bei einem Vierpersonenhaushalt 249,05 €.

Also, man stelle sich vor, eine normale Familie mit einem Kind zahlt ca. 250 € im Jahr an den ZAV, auch wenn gar keine Leistung erbracht würde.

Das neue Gebührenkonzept legt 20 Liter Restmüll pro Kopf und Woche als
Berechnungsgrundlage für alle Vogelsberger zu Grunde. Laut hessischer Statistik wurden im Vogelsberg 2007 40.303 Tonnen Siedlungsabfälle registriert. Das wären ca.
355 kg pro Einwohner. Umgerechnet kämme man somit aufgrund von Erfahrungswerten zu einer Größe von ca. 7 oder 8 Litern pro Woche und Person.

Mit kleineren Müllgefäßen, einem Ansatz von 10 Litern pro Person und einem Grundbetrag von 50 € pro Grundstück sähe alles viel besser aus.
M. Riese