StartseiteNeuesVeranstaltungLINKE im KreistagKontaktImpressum

Allgemein:

Startseite

Die Linke kritisiert ärztliche Versorgung: "Kranke Menschen sind keine Ware"

Die Linke im Vogelsberger Kreistag teilt heute in einer Presseerklärung mit, dass für den Vogelsberg eine Premiere zu vermelden sei. Auf Initiative der Linken im Kreistag werde am kommenden Montagabend in Alsfeld eine Kreisbürgerversammlung zu den Problemen der ärztlichen Versorgung und zur Zukunft des Kreiskrankenhauses Alsfeld stattfinden.

Obwohl Landrat Marx sich beeilt habe festzustellen, dass diese Versammlung am Montag der Information diene und keine Beschlüsse fasse, hätten die Bürgerinnen und Bürger doch das Recht, Fragen zu stellen und den Kommunalpolitikern ihre Meinung zu sagen, so Michael Riese Kreistagsabgeordneter der LINKEN.

Im Vogelsberg gebe es inzwischen ein echtes Problem, weil Arztpraxen schließen müssten, weil Ärzte keine Nachfolger fänden. Das Krankenhaus stehe unter finanziellem Druck und suche den Schutz unter den Armen der größeren Hersfelder Kliniken. Die akuten Probleme der ambulanten und klinischen Versorgung seien aber keine Betriebsunfälle einer schlecht gemachten deutschen Gesundheitsreform; wäre dem so, dann wäre eine Korrektur einfach, so Riese weiter.

Vielmehr arbeite diese Reform den großen privaten Gesundheitskonzernen direkt in die Hände, die sowohl die kleinen Krankenhäuser bedrängten als auch die ambulante medizinische Versorgung übernehmen wollten.

Während niedergelassene Ärzte klagten und immer mehr öffentliche Krankenhäuser in finanzielle Bedrängnis gerieten, habe alleine die Rhön AG, die die Kliniken in Gießen und Marburg betreibt, mit ihren Einrichtungen an 37 Standorten ca. 2,1 Milliarden Umsatz und dabei 122,6 Millionen Euro Gewinn gemacht. Jetzt in der Krise hoffe das Unternehmen darauf, rasch weitere Krankenhäuser schlucken zu können. Die Gewinne würden durch enormen Arbeitsdruck auf die Beschäftigten und eine Fließbandmedizin erreicht. In der letzten Zeit häuften sich die Klagen von Ärzten und Patienten über die Behandlung in den Klinken Gießen und Marburg.

Die Kommunalpolitiker müssten deshalb zu ihren öffentlichen Einrichtungen stehen und eine öffentliche Gesundheitsversorgung garantieren, bei der nicht der kranke Mensch zur Ware gemacht werde, so Riese. Gerade seitens der SPD werde eine Fusion mit den Klinken in Bad Hersfeld favorisiert, weil diese wie das Alsfelder Krankenhaus mehrheitlich im Besitz der jeweiligen Landkreise seien. Das sei aber nicht der Kern des Problems.

Der Kreistagsabgeordnete Riese betont, dass bei der Debatte über die Zukunft des Alsfelder Krankenhauses übersehen werde, dass unabhängig davon, welche Lösung einer Kooperation man im Herbst dieses Jahres wählen wolle, vor allem der bereits weit fortgeschrittene Weg der Kommerzialisierung beim Kreiskrankenhaus gestoppt werden müsse. „Unser Krankenhaus als GmbH ist zwar in öffentlichen Besitz, agiert aber inzwischen im Kleinen wie die privaten Großen (Auslagerung von Services in Tochterunternehmen, Beteiligung Privater, Zahlung nach niedrigen Tarifen etc.).“, erklärt Riese. Der Versuch, mit den selben Geschäftsmethoden wie die Großen zu überleben, werde auf Kosten der Beschäftigen und der Patienten gehen und man werde in der Konkurrenz mit den Großen letztlich scheitern. Die Fusion mit Bad Hersfeld (auch eine GmbH - nur viel größer als Alsfeld) , die auch die Kommerzialisierung weiter treibe, würde so zu Lasten des kleinen Krankenhauses Alsfeld ausgehen.

"Jede Variante einer begrüßenswerten Kooperation des Gesundheitswesens in unserer Region muss deshalb vor allem den Weg der fortschreitenden Kommerzialisierung medizinischer Versorgung verlassen. Dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Mit etwas Mut und Weitblick könnte der Vogelsberger Kreistag im Herbst dazu die Weichen stellen", erklärte Michael Riese