Auf der Kreismitgliederversammlung der Partei Die Linke im Vogelsberg am Mittwoch, den 10.08.2011 in der Gaststätte " Zum Mühlengrund" in Lauterbach-Frischborn wurde beschlossen für die Landratswahl am 06.11.2011 einen eigenen Kandidaten aufzustellen.
Als einziger Kandidat stellte sich Ingo Schwalm, der Vorsitzende des Ortsverbandes der Partei DIE LINKE in Lauterbach, der auch Stadtverordneter in Lauterbach ist, zur Wahl. Er erhielt 11 Stimmen, bei zwei Enthaltungen und ohne Gegenstimmen.\Seine Kandidatur für das Landratsamt begründete Ingo Schwalm gegenüber der Kreismitgliederversammlung damit, dass die beiden anderen Bewerber – Herr Reiner-Hans Vollmöller von derCDU und Herr Manfred Görig von der SPD – keine wirkliche Alternative für eine neue Politik verkörpern würden.
Bei CDU und SPD gilt das, das seit vielen Jahren gelte: „Weiter so“ - leider in die falsche Richtung. Dabei stünden schwerwiegende Fragen an.
Die Gesundheitsvorsorge werde einer der wesentlichen kommunal-politischen Aufgabenstellungen sein und das zu einem Zeitpunkt, in dem die Haushalte der Kreise und Kommunen durch die Politik in Bund und Land in eine verheerende Schieflage geraten sind. sogenannte Schuldenbremse stelle dabei keine Hilfe dar sonderneine Verschleierung der Tatsache, dass in Deutschland die Gewinne nach oben und die Verluste nach unten verlagert werden. Ingo Schwalm befürchtet auch, dass eine riesige Welle von Altersarmut und Sozialabbau auf uns zu rollen wird, wenn nicht jetzt gegen gesteuert werden würde.
Im Gegensatz zur derzeitigen Steuerpolitik müssten die höheren Einkommen in größerem Maße zur Finanzierung von Aufgaben der Allgemeinheit herangezogen werden und dürften nicht nur dem kleinen Mann aufgebürdet werden. Man sehe ja an der andauernden Finanzkrise, die ja gerade nicht beendet wurde sondern auf anderefortdauere, dass die Gelder, die den Beschäftigten entzogen würden, die Banker zu einem ruchlosen Monopoly zu Lasten aller benutzt würden.
Ingo Schwalm seit fast 30 Jahren als Fachkrankenpfleger für die Psychiatrie im Gesundheitsbereich tätig und sieht für die kommenden Jahre Probleme voraus und daher großen Handlungsbedarf. Im gesamten Gesundheitsbereich gäbe es einen immensen Personalmangel, das gelte für alle ambulanten, teilstationären und stationären Pflegebereiche in Krankenhäuser, Altenheimen, in der Behindertenhilfe, sowie die hausärztliche Betreuung allgemein.
Wir brauchen neue Personalbemessungszahlen in diesen Bereichen. Man muss sich auch darauf einstellen, dass es Gesundheit nicht zum Nulltarif geben kann. Dieser Personalmangel führe zu schweren Überlastungen für die Beschäftigten und gefährde dadurch die Patienten. Und dabei sei die Bezahlung in diesem Bereich absolut unterdurchschnittlich.
Daher fordert Ingo Schwalm – allerdings ausdrücklich nicht nur fürGesundheitsbereich – einen gesetzlichen Mindestlohn, damit die Beschäftigten in allen Lohnbereichen mit ihrem Einkommen ein menschenwürdiges Leben führen können. Dies bedeute natürlich auch, dass Schluss sein müsse mit jeglicher Form des Niedriglohns, seien es 1-Euro-Jobs oder andere Formen.diesem Zusammenhang verwies er auch darauf, dass nach kürzlich in den Osthessen-News veröffentlichten Zahlen der Vogelsbergkreis derjenige Kreis in Hessen ist, in dem diedie geringsten Einkünfte pro Kopf der Bevölkerung.
Ingo Schwalm forderte zudem die Einführung einer Schmerzambulanz und Schmerztherapeuten im Vogelsbergkreis! Menschen mit chronischen Schmerzen aus dem Vogelsberg müssen bisher nach Kassel, Gießen oder Fulda fahren.Hier muss sicher mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) verhandelt werden.Eine Schmerzambulanz würde sicherlich auch die Hausärzte entlasten!\
Wir brauchen endlich eine Intensivierung der Zusammenarbeit der im Kreis ansässigen Krankenhäuser um die Standorte zu erhalten und das Unterbinden jedesVersuches gesundheitliche Einrichtungen zu privatisieren.
Die gesundheitliche Betreuung der Menschen und deren spezielle Einrichtungen würden sich eben gerade nicht für profitorientiertes Wirtschaften eignen , da nicht der finanzielle Gewinn sondern die bestmögliche gesundheitliche Betreuung im Vordergrund stehen müsse. Die Privatisierung führe da zu ganz anderen – aber nicht sachgerechten – Zielen.
„Ich habe bei der Landratswahl sicher keine Chance, aber diese werde ich nutzen“, erklärt Ingo Schwalm
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