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Auf einer Kreismitgliederversammlung diskutierten die Vogelsberger LINKEN das Ergebnis der Landtagswahl. Alle Redner hoben das hohe ehrenamtliche Engagement der Mitglieder hervor. „Wir erhalten nicht wie die anderen Parteien immense Gelder von Großbanken und Industrie. Wir müssen alles selbst finanzieren. Kostspielige Postwurfsendungen u.ä. sind da kaum drin,“ resümierte Paul Weber der als Wahlkampfleiter fungiert hatte.

Weitgehend zufrieden zeigte sich auch der Kreisvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Michael Riese: „Im Vergleich mit anderen ländlich geprägten Regionen stehen wir sehr gut da. Unser Ergebnis liegt fast genau im Landesdurchschnitt. Das ist für unseren Raum ein toller Erfolg.“ Besonders erfreulich seien die Zuwächse in den Städten Alsfeld, Lauterbach und Schlitz, sowie die erneut herausragenden Ergebnisse in Ulrichstein und Wartenberg mit jeweils ca. 7 %. In diesen Städten und Gemeinden seien aus heutiger Sicht auch Kandidaturen für die Kommunalwahl 2010 denkbar. Allerdings müsse dafür die personelle Basis deutlich verbreitert werden, meinte Riese weiter.

Dietmar Schnell, Direktkandidat im Wahlkreis 20 (Vogelsberg) hob hervor, dass es der Partei gelungen sei, mit seiner Person einen Kandidaten im gesamten Kreis bekannt zu machen, und das ganz ohne personenbezogene Plakate und Flyer. „Nur dadurch war es möglich, die Erststimmen im Kreis von 2177 (3,8 %) auf 2427 (4,6 %) zu erhöhen. Das ist ein Plus von 250 Stimmen oder 11,5 %. Besonders erfreulich für mich persönlich ist das Abschneiden in meiner Heimatgemeinde Angersbach, wo es uns gelang, das sehr gute Ergebnis aus dem Vorjahr noch zu toppen und mit 10,4 % der Erststimmen und 8,9 % der Zweitstimmen eines der hessenweit besten Resultate zu erzielen,“ zog Schnell Bilanz.

Einig waren sich die Vogelsberger LINKEN, dass die SPD das Scheitern vom letzten Jahr und damit die erneute Ministerpräsidentschaft Roland Kochs zu verantworten habe. Koch habe aus dem SPD-Debakel aber keinen Stimmengewinn für sich machen können. „Die Hessen wollten Koch nicht mehr haben. Sie wollten aber auch keinen sozialdemokratischen Eiertanz mehr sehen. Daher rühren die Stimmengewinne von FDP und Grünen. Es ist traurig für unser Land, dass nun wohl erneut fünf Jahre Stillstand oder gar Rückschritt drohen, aber wir waren bereit den Wechsel zu unterstützen, die SPD hat es letztlich ,versaubeutelt‘,“ meinte Dietmar Schnell abschließend.