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Die jetzt angekündigte Fusion des Kreiskrankenhauses Alsfeld mit den Kliniken in Bad Hersfeld oder gar der Verkauf des Alsfelder Krankenhauses kann eigentlich nicht überraschen, wäre aber eine falsche und gefährliche Entscheidung, so Michael Riese, Kreistagsabgeordneter der LINKEN
Ungeachtet wünschenswerter Vernetzungen sollte der Betrieb des Kreiskrankenhauses durch Umwandlung in einen Eigenbetrieb finanziell abgesichert werden, fordert Riese.

Bereits im Beteiligungsbericht des Vogelsbergkreises von 2006 heißt es im Abschnitt des Kreiskrankenhauses im Auszug aus dem Lagebericht:
„Die wirtschaftliche Situation des Kreiskrankenhauses auf die kommenden Jahre gesehen bleibt also problematisch. Ein großer Nachteil des Kreiskrankenhauses liegt in der geringen Betriebsgröße. Die sich hieraus ergebenden tendenziell zu hohen Fixkosten stellen einen echten Wettbewerbsnachteil dar und können existenzgefährdend werden….. Die Zusammenarbeit mit einem oder mehreren anderen Krankenhäusern, ggf. auch in Form gemeinsam betriebener Gesellschaften, ist ein Weg, der beschritten werden muss“.
Diese Passage findet sich entsprechend im Bericht des Folgejahres.

Wenn Landrat Marx, sicherlich in der Absicht, die Gemüter zu beruhigen, nunmehr in der Presse mehrfach betont, man suche die Fusion nicht aus der Not heraus, man habe stabile Verhältnisse, dann ist bestimmt Skepsis angesagt, wenn nachzulesen ist, dass bei den Verhandlungen vor allem von den Vertretern des Vogelsbergkreises um Vertraulichkeit gebeten worden sei, da man die Meinungsbildung in eigenen Kreis nicht durch eine öffentliche Diskussion beeinflussen wolle, dann ist gegenüber dieser Heimlichtuerei erhöhte Skepsis angerarten.

Die finanziell negativen Folgen der gesundheitspolitischen Entscheidungen der gegenwärtigen CDU-SPD-Bundesregierung sollen die kleinen, kommunalen Krankenhäuser dazu zwingen zu fusionieren. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, so Riese. Die gegenwärtige Gesundheitspolitik der Bundesregierung nutzt vor allem den großen Gesundheitskonzernen, denen man die kleinen Krankenhäuser als Vorspeise serviert und vor allem die Hausarztpraxen zum Nachtisch.

Die Geschäftsführung des Alsfelder Krankenhauses liegt deshalb ganz richtig, wenn sie schreibt
„Eine die Selbstständigkeit der Klinik gefährdende Lage wird in dem Bemühen privater Krankenhausträger gesehen, ihren Einfluss durch Übernahme vermehrt auch von Akutkrankenhäusern zu stärken und als Krankenhauskette zu wachsen“.

Mehrfach hat die Linke im Vogelsberger Kreistag Auskunft erhalten wollen, welche Vorstellungen der Kreisausschuss habe, um die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger auch für die Zukunft zu gewährleisten. Die Antworten waren durchweg erschreckend einsilbig aber immer mit dem Hinweis verbunden, dass dies den Kreistag eigentlich nichts anginge.

Nun glaubt man, das Alsfelder Haus, erhalten zu können, wenn man die gleichen aggressiven Methoden praktiziert, wie Rhön-Kliniken, Asklepios oder Helios.

Das heißt vor allem, dass man die Gehälter der Mitarbeiter senken möchte und die Arbeitszeiten erhöhen
„Wenn man sich zur öffentlich rechtlichen Trägerschaft wirklich bekennen will, muss man die Tarifstruktur an die Gegebenheiten privater aber auch frei gemeinnütziger Träger anpassen…der Wettbewerbsnachteil öffentlicher Kliniken gegenüber der Konkurrenz besteht immer noch und erschwert die Bemühungen um eine dauerhafte Überlebensfähigkeit dieser Krankenhäuser“.
So nachzulesen in den Beteiligungsberichten des Vogelsbergkreises.

Weitere Schritte sind die Reduzierung des ortsnahen medizinischen Angebotes: das wird mit dem Gebot der medizinischen Spezialisierung umschrieben und noch als Errungenschaft verkauft.

Wie die privaten Gesundheitskonzerne nutzt das Alsfelder Krankenhaus die neue Möglichkeit Arztpraxen zu übernehmen bzw. zu gründen, damit Medizinische Versorgungszentren zu gründen und so mit den niedergelassenen Ärzten in einen Verdrängungswettbewerb zu treten.

Die beschrieben Maßnahmen werden von den großen Gesundheitskonzernen eingesetzt, um sich profitabel Anteile am Gesundheitsmarkt auf Kosten der Beschäftigten und der Patienten zu erobern. Wenn die kommunalen Krankenhäuser in ihrem Überlebenskampf den Methoden der Privaten folgen, werden sie verlieren.

Einzig die vollständige Rekommunalisierung und finanzielle Absicherung aus öffentlichen Mitteln kann ein kommunales Krankenhaus erhalten, dass den Patienten verpflichtet ist und sich nicht dem Markt unterwirft-
(M. Riese, Kreistagsabgeordneter)