Ein Herz für Rentner?
Kaum beschlossen und dann sofort heftiger Streit, aber die CDU-SPD Koalition verkündet: Sie stehe zur Rentengarantie.
Seit der letzten Amtszeit von Bundeskanzler Kohl beschwören alle folgenden Regierungen, dass sie das Rentensystem sicher machen wollten.
Die zunehmende private Vorsorge und vor allem die Riester-Rente sollten dafür der große Wurf werden. Diese Woche liest man in der FAZ-Sonntagszeitung: „Nun hat längst nicht jeder den Wunsch, mal 100 Jahre alt zu werden. .. Aber die meisten von uns sollten sich das wünschen. Zumindest diejenigen, die eine private Rentenversicherung abgeschlossen haben. Und erst recht alle, die eine Riester-Rentenversicherung haben. Insgesamt also rund 32 Millionen von uns. Denn diese Policen rechnen sich für Versicherte erst, wenn sie deutlich über 90 Jahre alt werden. Die meisten Riester-Renten sind sogar so angelegt, dass sie sich erst ab stolzen 100 Jahren auszahlen“. Damit bestätigt die FAZ, was Experten (übrigens auch der ehemalige Minister Blüm) schon lange vortrugen: Die private Altersvorsorge entpuppt sich als politische Subvention der Versicherungswirtschaft.
Damit nicht genug: um die Renten sicher zu machen, hat man das Rentenalter auf 67 Jahre heraufgesetzt. Dafür hat sich vor allem die SPD stark gemacht. Kritiker zweifelten von Anfang an diesem Sinn dieser Verlängerung, da die meisten Arbeitnehmer sowieso schon früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden (müssen).
Das bestätigte jetzt die Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag:
Im Alter zwischen 63 und 65 Jahren haben, so die Frankfurter Rundschau, gerade noch 7,4 Prozent der Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Auch bei den 58-63-Jährigen hat nur jeder Vierte und bei den 55-58-Jährigen 39,4 Prozent einen vollen Arbeitsplatz. Die Beschäftigungsquote geht ab dem Alter von 50 Jahren steil nach unten. Nur 20 Prozent der Männer und nur circa 10 Prozent der Frauen sind mit 64 Jahren noch in einer Beschäftigung.
Was von der tollen Rentensicherung allein substantiell bleibt ist ein gigantisches Renetnkürzungsprogramm, denn wer bevor er 67 Jahre alt ist in Rente gehen muss oder aus der Arbeitslosigkeit in den Ruhestand wechselt, erhält eine erheblich reduzierte Rentenzahlung. Mit sozialer Gerechtigkeit hat das nichts zu tun.








