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Dietmar Schnell

Es ist ein Skandal ohne Beispiel! Die Lauterbacher Eishalle, einer der wichtigsten Anziehungspunkte der Stadt, wurde für die Menschen der Region völlig überraschend quasi über Nacht einfach geschlossen. Die Probleme jedoch waren offenbar seit geraumer Zeit bekannt. Offenkundig haben aber weder CDU-Landrat Marx und CDU-Bürgermeister Vollmöller noch die konservative Mehrheit im Kreistag mit der konservativen Stadtparlamentsmehrheit über die Problematik gesprochen bzw. rechtzeitig entsprechende Schritte eingeleitet. Die Leidtragenden sind die Menschen der ganzen Region, insbesondere die Sportler und die Jugendlichen und Kinder. Die Umstände der Schließung sind an Dilettantismus wohl nicht zu toppen.

Wohin die Reise nun gehen soll, schreibt der Redakteur des Lauterbacher Anzeigers, Norbert Gregor Günkel: Die Stadt müsse für die Stadtwerke einen Teilhaber suchen. Das ist ja nun das Dümmste was man machen könnte. Günkel selbst schreibt, die Stadtwerke könnten mit den Gewinnen auf dem Strommarkt das Minus der Sportanlagen nicht ausgleichen. Das ist natürlich richtig. Denn die Gewinne auf dem Strommarkt machen ja nicht (oder nur sehr beschränkt) die Stadtwerke, sondern vielmehr die vier großen Stromkonzerne E.On, EnBW, Vattenfall und RWE. Dort wäre im übrigen mehr als genug Geld zu holen. Nun muss man sich aber die Frage stellen: Wenn es so ist, dass die Stadtwerke nicht genug Gewinn abwerfen können, um die Sportstätten zu erhalten, wieso sollten dann die Stadtwerke mit einem privatwirtschaftlichen Investor als Teilhaber mehr Gewinn erzielen können? Nach allen Erfahrungen und auch nach schlichter Logik wird doch der Investor erst einmal versuchen, möglichst viel für sich herauszuschlagen. Die Situation würde zwangsläufig noch schlechter. Beispiele dafür gibt es massenhaft. Jeder weiß das.

In dieser schwierigen Situation, nachdem Landrat und Bürgermeister sehenden Auges den Laden an die Wand gefahren haben, gilt es, nach kreativen Lösungen Ausschau zu halten. Meines Erachtens müssten sowohl Land als auch Bund ein Interesse am Erhalt der Eisbahn haben. Hier gilt es politisch tätig zu werden. Ich habe das für meine Partei getan und den hessischen LINKEN-Bundestagsabgeordneten Werner Dreibus sowie die bis zur Auflösung des Hessischen Landtages stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN in Hessen Janine Wissler um Hilfe gebeten. Beide haben zugesagt bereits in der nächsten Woche nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Ein weiterer möglicher Partner sollten der Landessportbund und seine Fachverbände sein. Ziel muss es m.E. sein, ein genossenschaftliches Modell unter Beteiligung der Vereine und Verbände zu entwickeln. Nur eine solche Lösung böte die Möglichkeit auf Jahre hinaus die Existenz der Eishalle und der Schwimmbäder für die Bevölkerung der Stadt und der Region zu bezahlbaren Preisen zu sichern. Die Erfahrungen der letzten Jahre sollten auch dem letzten neoliberalen Träumer gezeigt haben: Privatisierungen führen zu höheren Kosten und schlechterem Service für die Verbraucher und zu wesentlich schlechteren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Das sollte niemand wollen.



Dietmar Schnell
Landtagskandidat DIE LINKE. Vogelsbergkreis