"Die Banken in Deutschland lassen keine Gelegenheit aus, schlechte Nachrichten zu verbreiten", schreibt Michael Riese, von der LINKEN. Nach dem Fiasko mit schlechten Krediten hätten vor allem kleine und mittlere Unternehmen erhebliche Probleme, notwendige Kredite zu erhalten. Auch der Privatkundenservice leide. Und nun sei es auch bei der Sparkasse Oberhessen heraus: Die Sparkasse schließt 15 ihrer Filialen, das ist ein Viertel des Oberhessischen Filialnetzes.
Bereits am 13.01. habe Dietmar Schnell, Direktkandidat der LINKEN im Vogelsberg, in einer Pressemitteilung auf die drohende Schließung hingewiesen. "Um die bevorstehende Landtagswahl im Vogelsbergkreis für CDU und SPD nicht negativ zu beeinflussen, will man die Schließungen erst nach der Wahl bekanntgeben“, heiße es in der ihm zugeleiteten Information. Genau so sei es nun auch gekommen, erklärt Michael Riese, Kreistagsabgeordneter der LINKEN im Vogelsberg. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang, dass ein gewichtiger Teil der Vogelsberger Presse, die Pressemitteilung der LINKEN seinerzeit nicht veröffentlicht habe.
Es mute schon merkwürdig an, dass derzeit die Sparkasse im TV mit ihrem kundenfreundlichen Servicenetz werbe, während andere Bankhäuser offenbar Papierfähnchen verteilen, in der Wirklichkeit aber gerade in ländlicher Region für die Menschen in den Dörfern der Service auch seitens der Sparkassen immer schlechter wird, so Riese. Vollmundig habe es noch bei der Fusion der Sparkassen Wetterau und Vogelsberg geheißen, dass man die Präsenz erhalten würde. Auch auf der Bilanzpressekonferenz 2007 hieß es noch: „Die Nähe zu unseren Kunden und die Präsenz vor Ort ist unser Kennzeichen.“
Wie man sehe, sei das alles Schall und Rauch gewesen, um die Fusion ruhig über die Bühne bringen zu können. Die Ausdünnung des Angebots sei vorhersehbar gewesen. Bereits 2006 habe das Vogelsberger Bürgernetzwerk zu recht den Rückzug von Banken, Sparkassen und der Post aus etlichen Dörfern und das lückenhafte Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs kritisiert. Die entsprechenden Dienstleister seien aufgefordert worden, ihre Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung vor die Kostenerwägungen zu Gunsten von Gewinnsteigerung zu stellen und auch kleine, weniger lukrative Dienstangebote zu erhalten. Wenn der Vorstand der Sparkasse jetzt mitteilt, dass keine Kündigungen von Mitarbeitern erfolgen, sei as ein schwacher Trost. Der bei der Fusion vereinbarte dreijährige Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen läuft jetzt aus. Man muss deshalb auch in dieser Hinsicht auf schlechte Nachrichten gefasst sein.
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